{"id":862,"date":"2021-05-22T16:40:40","date_gmt":"2021-05-22T14:40:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifz-international.de\/?page_id=862"},"modified":"2021-05-23T14:00:47","modified_gmt":"2021-05-23T12:00:47","slug":"max-schemmler-soziologie-im-labor","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ifz-international.de\/?page_id=862","title":{"rendered":"Max Schemmler: Soziologie im Labor"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cover_soziologieimlabor.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-879\" srcset=\"https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cover_soziologieimlabor.jpg 800w, https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cover_soziologieimlabor-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cover_soziologieimlabor-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cover_soziologieimlabor-768x768.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#ffffff\" class=\"has-inline-color\"><strong>          <\/strong>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-text-align-left\">Schon lange arbeitete der <em>Im Erscheinen Verlag<\/em> in Kooperation mit dem Institut f\u00fcr Zeitgenossenschaft IFZ an einer Neuauflage des wegweisenden Klassikers der zeitgenossenschaftlichen Forschung.<br>Bereits 1968, zur goldenen Zeit der Kritischen Theorie und ihren weltbekannten Denkern, entwarf der K\u00f6lner Anthropologe und Sozialwissenschaftler Max Schemmler in <em>Soziologie im Labor. Einf\u00fchrung in die Methodik zeitgen\u00f6ssischen Denkens <\/em>im Anschluss und im fruchtbaren Austausch mit der Frankfurter Schule eigene Theorien und Methoden, um \u00fcber den Diskussionsstand damaliger Debatten hinauszuf\u00fchren und um zugleich eine moderne Zeitgenossenschaft zu begr\u00fcnden.<br>Am Beginn dieser Zeitgenossenschaft steht die Zusammenf\u00fchrung von Soziologie und Labor. W\u00e4hrend Theodor W. Adorno in seiner <em>Minima Moralia<\/em> feststellte, dass es \u201ckein richtiges Leben im falschen\u201d geben k\u00f6nne, formulierte Schemmler in einem geschickten wie schlauen Gedankenexperiment dieses Credo schlichtweg um. Wenn es nach Adorno kein richtiges Leben im falschen geben k\u00f6nne, dann m\u00fcsse eben im Au\u00dferhalb des Falschen nach einem richtigen Leben gesucht werden \u2013 folglich behauptete Max Schemmler: \u201cEs gibt ein richtiges Leben au\u00dferhalb des falschen.\u201d Diese einleuchtende These war zugleich die Pr\u00e4misse f\u00fcr eine zeitgenossenschaftliche Suche nach einem Au\u00dfen der Wissenschaft, das Schemmler in Theorie und Praxis erforschte.<br>Zum ersten Mal taucht hier das Konzept der \u201cReflexiven Synchronit\u00e4t\u201d auf, ein Verfahren bei welchem der Forscher durch best\u00e4ndiges simultanes Reflektieren seiner Denk- und Wissenswerkzeuge <em>extemplo<\/em> seine Methodik wie auch die institutionelle Rahmung hinterfragen sollte. Das Buch versucht die begriffliche Komplexit\u00e4t und die vielseitigen Relationen dieses Vorhabens mit den Mitteln der normalen Schrift darzustellen.<br>Mit Labor ist dabei zugleich dasselbe wie auch die Soziologie gemeint, die selbst wiederum an den Grenzen der Methodik zum Gegenstand der Untersuchung werden muss. Eine Soziologie, die Gesellschaft als Labor betrachtet, aber auch die Soziologie des Labors, mit welcher gesellschaftlicher Erkenntnisgewinn vorangetrieben wird, m\u00fcssen selbst als Labor wie Soziologie dieser Operationen verstanden werden. Schemmler sieht in diesem Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis eine wesentliche Grundlage f\u00fcr alle weiteren Arbeiten an einer Theorie der modernen Zeitgenossenschaft wie der Wissenschaft im Allgemeinen. Seine These lautet: Je durchdringender diese Zusammenf\u00fchrung von Soziologie und Labor in der Zeitgenossenschaft vollzogen wird, umso besser k\u00f6nnen sich zwischen den getrennten Bereichen die \u201ewichtigen Dinge\u201c ausbreiten, die von der folgenden Zeitgenossenschaft noch definiert werden m\u00fcssen. Diese \u201ewichtigen Dinge\u201d welche andere Wissenschaften ausgeblendet haben, gilt es anzuerkennen, denn wenn diese erst einmal erkannt wurden \u2013 wer braucht dann noch ein Labor respektive die Soziologie? Nur dann k\u00f6nne der fraglich gewordene Glaube der modernen Wissenschaft, dass wissenschaftliche Wahrheit bereits als Garant f\u00fcr Sinn, Bedeutung oder Fortschritt gelte, verabschiedet werden, ohne zugleich in den Abgrund eines postmodernen <em>everything is possible <\/em>zu fallen.<br>Und so endet dieses Buch mit dem seither oft zitierten, prophetischen Imperativ der Zeitgenossenschaft:<br>\u201cVorw\u00e4rts zum Licht, r\u00fcckw\u00e4rts nach Frankfurt!\u201c<br><br>Mit einem Vorwort von Martin Martin Schlesinger.<br>Im Erscheinen, 2022.<br><br>Original: Schemmler, Max: <em>Soziologie im Labor. Einf\u00fchrung in die Methodik zeitgen\u00f6ssischen Denkens<\/em>. Eichbach, K\u00f6ln 1968. (vergriffen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026 Schon lange arbeitete der Im Erscheinen Verlag in Kooperation mit dem Institut f\u00fcr Zeitgenossenschaft IFZ an einer Neuauflage des wegweisenden Klassikers der zeitgenossenschaftlichen Forschung.Bereits 1968, zur goldenen Zeit der Kritischen Theorie und ihren weltbekannten Denkern, entwarf der K\u00f6lner Anthropologe und Sozialwissenschaftler Max Schemmler in Soziologie im Labor. 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