{"id":855,"date":"2021-05-22T16:09:57","date_gmt":"2021-05-22T14:09:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ifz-international.de\/?page_id=855"},"modified":"2021-05-25T10:51:38","modified_gmt":"2021-05-25T08:51:38","slug":"im-erscheinen-ein-spiegel-der-zeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ifz-international.de\/?page_id=855","title":{"rendered":"Im Erscheinen \u2013 Ein Spiegel der Zeit"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Der-Verlag-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-975\" srcset=\"https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Der-Verlag-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Der-Verlag-300x169.png 300w, https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Der-Verlag-768x432.png 768w, https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Der-Verlag.png 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#ffffff\" class=\"has-inline-color\">\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der in den fr\u00fchen 80er Jahren von Max Schemmler in K\u00f6ln gegr\u00fcndete <em>Verlag f\u00fcr neue Erscheinungen<\/em> gilt heute als einer der wenigen anachronistischen Publikationsapparate klassischer Pr\u00e4gung. Seine zuweilen unorthodoxe Entstehungsgeschichte gibt dabei verbl\u00fcffende Auskunft \u00fcber Wohl und Wehe der letzten Jahre der Bonner Republik und spannt dar\u00fcber hinaus den Bogen von Mauerfall, Wiedervereinigung und Ende der \u00c4ra Kohl hinein in die Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem der K\u00f6lner Anthropologe und Sozialwissenschaftler Max Schemmler sein Ende der 60er Jahre zu internationalem Ruhm gelangtes Institut f\u00fcr performative Wissenschaftsinstitutionalisierung (IPW) 1972 schlie\u00dfen musste, war es um die Gruppe Schemmler, Likursi und Geil sukzessive ruhiger geworden. Gemeinsam hatten sie in den Jahren zuvor mit nicht selten provokanten Ver\u00f6ffentlichungen auf den Gebieten der Ph\u00e4nomenologie, der Geschichtsschreibung und der B\u00fcrokratieforschung (Publikationen, die oftmals unter der Bezeichnung \u2018SLG-Theorien\u2019 zusammengefasst wurden) auf sich aufmerksam machen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Schriften mit einigem zeitlichen Abstand noch einmal neu und gesammelt f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Diskurs fruchtbar zu machen, war Schemmlers Ansinnen, als er 1982 den <em>Verlag f\u00fcr neue Erscheinungen<\/em> ins Leben rief. Schemmler sicherte sich die Rechte an den Werken seiner einstigen Mitstreiter und fungierte somit bis zu seinem Tod 1991 hauptverantwortlich f\u00fcr den wissenschaftlichen Nachlass seiner langsam in Vergessenheit geratenden Denkschule.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden zwei Jahrzehnten schien das Erbe Max Schemmlers beinahe vollst\u00e4ndig zu verblassen. Zun\u00e4chst zog sich ein Erbstreit zwischen den leiblichen Kindern und Schemmlers erster Ehefrau Dorothea in die L\u00e4nge, dann schlie\u00dflich blieben die Rechte \u2013 wie von Schemmler gew\u00fcnscht \u2013 doch in den H\u00e4nden seiner Witwe Charlotte. Erst aber als Charlotte Baiersen-Schemmler 2010 im Alter von 89 Jahren ihrerseits verstarb, wurde die M\u00f6glichkeit einer Reinaugurierung des Verlags wieder denkbar. Mehr noch: im Zuge der immer komplexer werdenden Fragestellungen in Bezug auf die transnationale Verwaltbarkeit innerhalb der Europ\u00e4ischen Union wurden Rufe nach einer Relekt\u00fcre der grundlegenden Texte zur B\u00fcrokratieforschung nach Max Schemmler et al. immer lauter.<\/p>\n\n\n\n<p>2010 musste Schemmlers j\u00fcngster Sohn Manfred, der sich lange um die kaufm\u00e4nnischen Geschicke des Verlags gek\u00fcmmert hatte, jedoch Insolvenz anmelden. Bis zuletzt hatte er versucht, auf den Spuren seines ber\u00fchmten Vaters neue Wege zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>2011 kam Martin Martin Schlesinger, Beirat des Instituts f\u00fcr Zeitgenossenschaft IFZ und ein guter Freund Manfred Schemmlers, auf die Idee, dem Projekt des <em>Verlags der neuen Erscheinungen<\/em> frisches Leben zu verleihen. Mit dem <em>Im Erscheinen Verlag<\/em> wurde ein hauseigener Verlag des IFZ gegr\u00fcndet, der sich in inhaltlicher Abstimmung mit der Familie und im Geiste Max Schemmlers exklusiv der Publikation von grundlegendem wie zuk\u00fcnftigem zeitgenossenschaftlichen Wissen verschrieb. Im selben Jahr wurde mit Tilman Ezra M\u00fchlenbergs <em>Planet der Absicht. Im Diesseits der Intention I<\/em> nach \u00fcber 25 Jahren erstmals wieder eine wissenschaftliche Arbeit in die programmatische Linie des traditionsreichen Verlags aufgenommen. Heute kn\u00fcpft der <em>Im Erscheinen Verlag<\/em> \u2013 mit dem n\u00f6tigen Ma\u00df an Respekt \u2013 an die glorreichen Zeiten seiner Vordenker an und z\u00e4hlt mit den aktuellen Publikationen international zu den progressivsten Verlagen im Bereich der zeitgen\u00f6ssischen Geisteswissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Publikation <em>Die 100 wichtigsten Dinge<\/em> kooperierte der <em>Im Erscheinen Verlag<\/em> erstmalig in inhaltlichen, programmatischen wie gestalterischen Belangen mit dem <em>Hatje Cantz Verlag<\/em>, Ostfildern. Eine verlagsinterne Monatsschrift mit dem Titel <em>Das Organ<\/em> befindet sich im Erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"290\" height=\"128\" src=\"https:\/\/www.ifz-international.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IEV_logo1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-268\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026 Der in den fr\u00fchen 80er Jahren von Max Schemmler in K\u00f6ln gegr\u00fcndete Verlag f\u00fcr neue Erscheinungen gilt heute als einer der wenigen anachronistischen Publikationsapparate klassischer Pr\u00e4gung. 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